Panoptikum Bildung live - “Sozialhistorische Stimmungsbilder” Teil 6

Geschlecht und Gewalt in Kriegen des 20. Jahrhunderts

Panoptikum Bildung live: “Sozialhistorische Stimmungsbilder” Teil 5

Diese Sendung mit Univ.-Prof. Dr. Helmut Konrad wurde im virtuellen Studioraum aufgenommen.

Diese Sendung mit Univ.-Prof. Dr. Christa Hämmerle wurde im virtuellen Studioraum aufgenommen.

  • Die Studiogäste sprachen im virtuellen Studioraum über "Geschlecht und Gewalt in Kriegen des 20. Jahrhunderts"; Foto: eigene Aufnahme
    Die Studiogäste sprachen im virtuellen Studioraum über "Geschlecht und Gewalt in Kriegen des 20. Jahrhunderts"; Foto: eigene Aufnahme
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  • Diese Sendung wurde von der ÖGPB gefördert.
    Diese Sendung wurde von der ÖGPB gefördert.
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Das 20. Jahrhundert war geprägt von Kriegen und militärischen Konflikten. Obwohl von der Geschichtsschreibung lange Zeit kaum bis gar nicht berücksichtigt, waren auch unzählige Frauen von der davon ausgehenden Gewalt unmittelbar betroffen: etwa im Kriegsdienst als Krankenschwestern oder als Zivilistinnen, die vielfach zu Opfern sexueller Gewalt wurden.

Aufgrund der industrialisierten Kriegführung erreichte schon der Erste Weltkrieg eine neue Dimension der Gewalteskalation. Kriegskrankenpflegerinnen waren damit oft direkt konfrontiert. Während des Krieges heroisiert, wurden sie danach kaum erinnert oder wertgeschätzt. Die Kriegserlebnisse ehemaliger Offiziere dominierten die österreichische Erinnerungskultur. Entgegen der Auffassung, dass der Erste Weltkrieg eine „Krise der Männlichkeit“ auslöste, verfestigte er letztlich Geschlechterstereotype, laut denen die Frau für die Friedfertigkeit, das Heilen und Lindern steht, der Mann für Krieg und Militarismus.

Nicht an der Front zu stehen bedeutete für die Frauen keineswegs, dass sie von gewalttätigen Übergriffen verschont blieben. Sexueller Gewalt kam auch die Funktion als Kriegswaffe zu, um den Feind zu entehren und um die Moral der eigenen Soldaten zu stärken. Das wohl bekannteste Beispiel dafür aus der Zeit des Pazifikkrieges stellt das Schicksal der „Trostfrauen“ dar. Diese Art der sexuellen Versklavung von Frauen und Mädchen durch die japanische Armee wurde erst 1996 seitens der UN als Kriegsverbrechen eingestuft.

Im Studiogespräch erläutert Univ.-Prof.in Dr.in Christa Hämmerle von der Universität Wien anhand ausgewählter Beispiele, welche Auswirkungen die Weltkriege und bewaffneten Auseinandersetzungen auf Frauen hatten. Mit im Studio diskutiert Prof.in Dr.in Maria Fritsche von der Norwegian University of Science and Technology.

 

Diese Sendung kann unter https://cba.fro.at/494035 nachgehört werden.

 

Das Sendungsformat wurde von der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung gefördert.