Marie Tusch – Lebensbild einer Tabakarbeiterin

Sendung vom 21. Februar 2014

Frauen im Ersten Weltkrieg

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Marie Tusch – Lebensbild einer Tabakarbeiterin

Mit den Worten: „Frauen, Ihr müßt selbstbewußter werden“ endeten die Vorträge von Marie Tusch, der ersten Kärntner Nationalratsabgeordneten – ihre Lebensgeschichte präsentiert Prof. Vinzenz Jobst

Am 16. Februar 1919, also vor 95 Jahren konnten Frauen in Österreich das „neu gewonnene Wahlrecht“ zum ersten Mal ausüben. Im März 1919 zogen acht Frauen in das österreichische Parlament ein. Als einzige Nicht-Wienerin auch die Klagenfurter Tabakarbeiterin Marie Tusch, die bis zum Jahr 1934, dem Ende der demokratischen Ordnung, Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat war.

Marie Tusch (1868 -1939) wurde als Kind einer ledigen Magd in Klagenfurt geboren. Schon mit zwölf Jahren musste sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen und wurde Arbeiterin in der k. u. k. Tabakfabrik in Klagenfurt. Sie kandidierte als Vertrauensfrau, wurde zur Betriebsrätin gewählt und übernahm die Leitung des Landesfrauenkomitees der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Kärnten.

Ihre politische Arbeit galt vor allem dem Schicksal der Kriegsversehrten des Ersten Weltkrieges und den Frauenrechten. Sie engagierte sich für die soziale Absicherung von Frauen und Müttern und setzte sich für die Straffreiheit von Abtreibungen ein. Durch ihre Arbeitserfahrungen fungierte sie als Expertin für wirtschaftliche Fragen des österreichischen Tabakmonopols.

In den Jahren radikaler politischer Auseinandersetzungen wurde sie insbesondere von jugendlichen Arbeiterinnen in Klagenfurt wie eine Heilige verehrt. Ihre politischen Botschaften waren kräftig formuliert und Ausdruck reicher Lebenserfahrung. Mit den Worten "Frauen, Ihr müßt selbstbewußt werden!" beendete Marie Tusch ihre beeindruckenden Vorträge.

Die „Lebensbilder einer Tabakarbeiterin“ werden vom Geschäftsführer des Instituts für die Geschichte der Kärntner Arbeiterbewegung, Prof. Vinzenz Jobst in der Livesendung – moderiert von Heinz Pichler – vorgestellt.

Die Sendung zum Nachhören: https://cba.fro.at/254673